Käufer von RFID-Ohrmarken für Nutztiere, injizierbaren Transpondern und Pansenbolussen bitten die Lieferanten häufig darum, die elektronische Identifikationsnummer individuell anzupassen.
Zu den typischen Anfragen gehören:
- Kann die RFID-Nummer mit unserer Unternehmensnummer beginnen?
- Können wir eine bestimmte Ländervorwahl auswählen?
- Stimmt die elektronische Nummer mit der Nummer auf unserer visuellen Ohrmarke überein?
- Können wir einen exklusiven Seriennummernbereich reservieren?
- Kann dasselbe Nummerierungsformat in mehreren Ländern verwendet werden?
- Können nicht genutzte Nummern für einen anderen Kunden erneut programmiert werden?
Die fachliche Antwort fällt restriktiver aus, als viele Käufer erwarten.
Ein Transponder nach ISO 11784/11785 kann zwar während der Herstellung physisch programmierbar sein, sein Identifikationscode darf jedoch nicht als uneingeschränktes Kundenfeld behandelt werden. Die Nummer muss der ISO-Codestruktur entsprechen, ein zugelassenes Länder- oder Herstellerpräfix enthalten, innerhalb eines zugewiesenen Bereichs liegen und weltweit eindeutig sein.
Mit anderen Worten:
Die Nummernfolge kann unter Umständen angepasst werden, doch die Codestruktur, die Zuständigkeit für Präfixe und die Kontrollen zur Eindeutigkeit können nicht beliebig geändert werden.
Das Verständnis dieser Unterscheidung ist für Hersteller von Tierkennzeichnungsetiketten, Händler, für die für die Tierkennzeichnung zuständigen Behörden sowie für landwirtschaftliche Betriebe, die maßgeschneiderte RFID-Geräte erwerben, von entscheidender Bedeutung.
ISO 11784 und ISO 11785 erfüllen unterschiedliche Funktionen
Die Normen ISO 11784 und ISO 11785 werden häufig zusammen genannt, beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Bereiche eines RFID-Systems für Tiere.
ISO 11784 definiert den Identifikationscode
Die Norm ISO 11784 legt die Struktur des für Tiere verwendeten RFID-Codes fest.
Es legt fest, wie die elektronische Identität in Felder unterteilt wird, wie zum Beispiel:
- Länder- oder Herstellerpräfix
- Individuelle Tierkennnummer
- Indikator für die Anwendung bei Tieren
- Kennzeichen für Zusatzdaten
- Reservierte oder kontrollierte Bits
Die aktuell veröffentlichte Fassung ist ISO 11784:2024.
ISO 11785 definiert das Konzept der technischen Kommunikation
Die Norm ISO 11785 beschreibt, wie kompatible Tiertransponder und Lesegeräte miteinander kommunizieren.
Es umfasst Technologien wie:
- FDX-B
- HDX
- Niederfrequenzbetrieb bei etwa 134,2 kHz
- Kommunikationsverhalten von Lesegerät und Transponder
Die Norm ISO 11785 weist einem Kunden keinen Seriennummernbereich zu. Sie stellt sicher, dass ein konformes Lesegerät die Übertragung eines konformen Transponders interpretieren kann.
Daher sollte eine Angabe wie “ISO 11784/11785-Chip” nicht als Erlaubnis ausgelegt werden, eine beliebige angeforderte Nummer zu programmieren.
Die standardmäßige 15-stellige RFID-Nummer für Tiere
Die für Menschen lesbare Form einer Identifikationsnummer nach ISO 11784 besteht in der Regel aus 15 Ziffern:
3-stellige Vorwahl + 12-stellige individuelle Identifikationsnummer
Beispielsweise:
840 003456789012
Die Leerzeichen dienen lediglich der besseren Lesbarkeit. Der Wert wird in elektronischer Form und in der Datenbank normalerweise als ein zusammenhängender numerischer Code behandelt:
840003456789012
Die beiden sichtbaren Abschnitte dienen unterschiedlichen Zwecken.
| Abschnitt | Dezimalstelle | Binäre Zuweisung | Funktion |
|---|---|---|---|
| Länder- oder Herstellerpräfix | 3 Ziffern | 10 Bit | Gibt das zugelassene Ländersystem oder den RFID-Hersteller an |
| Individuelle Identifikationsnummer | 12 Ziffern | 38 Bit | Identifiziert das einzelne Tier oder Gerät innerhalb dieses Präfixes |
| Vollständige angezeigte ID | 15 Ziffern | 48 Identifikationsbits | Erstellt die nach außen hin angezeigte elektronische Identität |
Der vollständige ISO-Identifikationsblock enthält zudem Steuer- und reservierte Felder, die in der 15-stelligen Dezimalzahl normalerweise nicht sichtbar sind.
Die zugrunde liegende 64-Bit-Struktur
Der Tierkennzeichnungscode nach ISO 11784 basiert auf einer 64-Bit-Struktur.
Auf funktionaler Ebene umfasst es:
| Feld | Länge | Allgemeiner Zweck |
|---|---|---|
| Individueller Identifikationscode | 38 Bit | Eindeutige Tier- oder Transpondernummer |
| Länder- oder Herstellercode | 10 Bit | Zulässiges numerisches Präfix |
| Kennzeichen für Zusatzdaten | 1 Bit | Gibt an, ob ein zusätzlicher Datenblock vorhanden ist |
| Reserviertes oder kontrolliertes Feld | 14 Bit | Nur gemäß festgelegten Regeln reserviert oder verwendet |
| Indikator für die Anwendung bei Tieren | 1 Bit | Unterscheidet die Verwendung zur Tierkennzeichnung |
| Gesamt | 64 Bit | ISO-Identifikationscode |
In technischen Diagrammen können diese Felder je nach Übertragungsreihenfolge oder Bitnummerierung in unterschiedlichen Richtungen dargestellt sein. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die funktionale Zuordnung.
Die 14 reservierten Bits stellen keinen universell nutzbaren Kundenspeicherbereich dar. Sie sollten nicht zum Einfügen von Unternehmensnummern, Betriebscodes oder Produktinformationen verwendet werden, es sei denn, die geltende Norm und das jeweilige nationale System lassen diese Verwendung ausdrücklich zu.
Ein 12-stelliges Feld akzeptiert nicht jede 12-stellige Zahl
Dies ist eine der am häufigsten übersehenen Einschränkungen.
Der Abschnitt zur individuellen Identifizierung wird mit 12 Dezimalziffern angezeigt, ist jedoch in 38 Binärbits gespeichert.
Ein 38-Bit-Feld kann Werte im Bereich von … darstellen:
0 bis 274.877.906.943
Es kann nicht jeden Wert zwischen 000.000.000.000 und 999.999.999.999 darstellen.
So kann ein Käufer beispielsweise nicht davon ausgehen, dass jede 12-stellige Zahl unter einer Billion technisch gültig ist. Zahlen über 274.877.906.943 überschreiten die Kapazität des 38-Bit-Identifikationsfeldes.
Führende Nullen sind zulässig und werden üblicherweise verwendet, um das feste 12-stellige Anzeigeformat beizubehalten.
Was lässt sich tatsächlich individuell anpassen?
Eine individuelle Anpassung ist in der Regel nur innerhalb eines autorisierten und noch nicht genutzten Nummernkontingents möglich.
Ein Lieferant kann möglicherweise Folgendes individuell anpassen:
- Die Start-Seriennummer
- Die Anzahl der Transponder in einer Produktionscharge
- Fortlaufende oder kontrollierte Nummernfolge
- Ein kundenspezifisches Teilsortiment
- Visueller Ausdruck in Verbindung mit der elektronischen ID
- Eine Datenbankzuordnung zwischen der RFID-Nummer und der internen Tiernummer des Kunden
- Inhalt des Barcodes oder QR-Codes
- Verpackungsetiketten und Kodierungsberichte
Die individuelle Anpassung unterliegt weiterhin mehreren Bedingungen:
- Die Vorwahl muss genehmigt sein.
- Die angeforderten Nummern müssen innerhalb des dem Anbieter zugewiesenen Nummernbereichs liegen.
- Jeder vollständige 15-stellige Code muss eindeutig sein.
- Die Nummer darf zuvor noch nicht vergeben worden sein.
- Der 12-stellige Wert muss innerhalb der 38-Bit-Grenze liegen.
- Der endgültige ISO-Code muss festgelegt werden.
- In den Produktionsunterlagen muss die Rückverfolgbarkeit zwischen dem Siliziumchip und der programmierten Nummer gewährleistet sein.
- Nationale Vorschriften zur Kennzeichnung von Nutztieren können zusätzliche Untergliederungen vorschreiben.
Ein Lieferant kann keinen gültigen Nummernbereich erstellen, indem er lediglich die vom Käufer gewünschten Ziffern in einen programmierbaren Chip eingibt.
Was lässt sich nicht frei anpassen?
Die folgenden Elemente sind keine gewöhnlichen, vom Kunden wählbaren Optionen.
Das dreistellige Präfix
Ein Kunde kann die Länderkennung oder den Herstellercode nicht selbst auswählen.
Der Abschnitt „Anwendung bei Tieren“
Ein Produkt, das als ISO-konformer Transponder zur Tierkennzeichnung verkauft wird, muss über die richtige Einstellung für die Anwendung am Tier verfügen.
Reservierte Bits und Steuerbits
Diese Felder müssen der Norm sowie allen geltenden nationalen Vorschriften entsprechen.
Zuvor vergebene Nummern
Eine Nummer kann nicht erneut verwendet werden, da ein Etikett storniert wurde, verloren gegangen ist, zurückgegeben wurde oder nie angebracht wurde.
Testvorwahl 999
Die Vorwahl 999 ist für festgelegte Testzwecke reserviert und darf nicht zur kommerziellen Tierkennzeichnung verwendet werden.
Zahlen außerhalb des zugewiesenen Bereichs
Eine technisch programmierbare Nummer kann dennoch unzulässig und nicht konform sein.
Das dreistellige Präfix: Ländercode oder Herstellercode
Die ersten drei Ziffern haben zwei mögliche Bedeutungen.
Sie können entweder Folgendes darstellen:
- Ein numerischer Ländercode nach ISO 3166 oder
- Ein von der ICAR zugewiesener Herstellercode.
Es handelt sich um Alternativen. Es sind keine zwei getrennten Felder, die beide in dasselbe dreistellige Präfix eingefügt werden können.
Ländercode-Route
Ländercodes nehmen Werte ein, die gemäß ISO 3166 zugewiesen wurden.
Beispiele hierfür sind:
| Land | Numerischer ISO 3166-Code |
|---|---|
| Argentinien | 032 |
| Australien | 036 |
| Brasilien | 076 |
| Kanada | 124 |
| China | 156 |
| Frankreich | 250 |
| Deutschland | 276 |
| Niederlande | 528 |
| Neuseeland | 554 |
| Südafrika | 710 |
| Vereinigtes Königreich | 826 |
| Vereinigte Staaten | 840 |
Das Vorhandensein eines ISO 3166-Ländercodes berechtigt einen Tag-Hersteller nicht automatisch dazu, diesen zu programmieren.
Ein Hersteller darf einen Ländercode nur dann verwenden, wenn er von der für die Tierkennzeichnung in diesem Land zuständigen Behörde dazu ermächtigt wurde.
Falls ein Land keine Behörde eingerichtet hat, die in der Lage ist, eindeutige Tierkennnummern zu vergeben und zu kontrollieren, sollte für einen ICAR-zertifizierten Transponder nicht das Ländercode-Verfahren verwendet werden.
Hersteller-Code-Route
Herstellercodes liegen im Bereich von 900 bis 998 und werden von ICAR in seiner Funktion als ISO-Registrierungsstelle für Tier-RFID-Geräte gemäß ISO 11784 und ISO 11785 vergeben.
Herstellercodes werden in folgenden Fällen verwendet:
- Ein Land betreibt kein kontrolliertes nationales Ländercode-System
- Das Produkt ist für die freiwillige Betriebsführung bestimmt
- Die Kennzeichnung von Haustieren erfolgt über ein vom Hersteller verwaltetes System
- Die zuständige Behörde genehmigt vom Hersteller codierte Geräte
- Ein Hersteller muss die Eindeutigkeit außerhalb eines nationalen Zuteilungssystems gewährleisten
Ein Hersteller darf keine beliebige Nummer zwischen 900 und 998 wählen. Der Code und der zugehörige Nummernbereich müssen im Rahmen des ICAR-Verfahrens genehmigt werden.
So funktioniert der ICAR-gemeinsame Herstellercode 900
Der Herstellercode 900 ist ein gemeinsamer Herstellercode.
Das bedeutet, dass mehrere bei der ICAR registrierte Hersteller dasselbe dreistellige Präfix verwenden dürfen.
Auf den ersten Blick scheint die Zulassung mehrerer Hersteller zur Nutzung von „900“ das Risiko von Doppelungen mit sich zu bringen. ICAR verhindert dies, indem jedem zugelassenen Hersteller oder Produkt ein begrenzter Teil des 12-stelligen Identifikationsraums zugewiesen wird.
Die gesamte Kombination ist nach wie vor einzigartig:
900 + von der ICAR zugewiesener Seriennummernbereich
Ein Hersteller, der den gemeinsamen Code 900 verwendet, kann keine Nummern aus dem gesamten 12-stelligen Bereich auswählen. Er darf nur den ihm zugewiesenen Bereich nutzen.
Beispielsweise können zwei Hersteller zwar beide Etiketten mit der Vorwahl 900 produzieren, doch dürfen sich ihre zulässigen Seriennummernblöcke nicht überschneiden.
Nicht das Präfix allein, sondern der eingeschränkte Bereich kennzeichnet die zulässige Zuteilung.
ICAR beschreibt die anfängliche Zuteilung von gemeinsam genutztem Code derzeit als einen begrenzten Zahlenblock. Wenn die ursprüngliche Zuteilung erschöpft ist, können gemäß dem Zuteilungsverfahren von ICAR weitere Blöcke beantragt werden.
Nicht gemeinsam genutzte Herstellercodes 901–998
Die Codes 901 bis 998 können als nicht gemeinsam genutzte Herstellercodes vergeben werden.
Ein nicht gemeinsam genutzter Code wird ausschließlich einem berechtigten Hersteller zugewiesen. Er wird jedoch nicht einfach als Branding-Option erworben.
ICAR verlangt vom Hersteller den Nachweis eines erheblichen Produktionsvolumens, bevor ein nicht gemeinsam genutzter Code vergeben werden kann. Das derzeitige Verfahren sieht vor, dass das Unternehmen nachweisen muss, dass es in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mindestens eine Million ICAR-zertifizierte Transponder pro Jahr verkauft hat.
Auch bei einem nicht gemeinsam genutzten Herstellercode bleibt der Hersteller verantwortlich für:
- Vermeidung doppelter Nummern
- Pflege einer Kodierungsdatenbank
- Den ISO-Identifikationscode sperren
- Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit vom Chip bis zum Code
- Verwenden Sie den Code ausschließlich für berechtigte, registrierte Produkte
- Einhaltung des ICAR-Verhaltenskodexes
Ein nicht gemeinsam genutzter Code gewährleistet die ausschließliche Kontrolle über das Präfix. Die Verpflichtungen hinsichtlich Einzigartigkeit und Rückverfolgbarkeit bleiben davon unberührt.
Die Vorwahl 999 ist kein kommerzieller Herstellercode
Die Vorwahl 999 ist für Mustertransponder reserviert, die bei ISO-Konformitäts- oder Leistungstests verwendet werden.
ICAR führt aus, dass:
- Es darf nicht zur Kennzeichnung von Tieren verwendet werden.
- Es darf nicht kommerziell genutzt werden.
- Werbeexemplare, bei denen die Nummer 999 verwendet wird, müssen festgelegte Einschränkungen erfüllen.
- Aus der Verpackung muss der Status der Probe eindeutig hervorgehen.
Ein mit der Nummer 999 programmierter Chip mag zwar von einem ISO-Lesegerät gelesen werden können, doch die Lesbarkeit allein macht ihn noch nicht zu einem gültigen kommerziellen Tierkennzeichnungsgerät.
Dies ist ein wichtiges Beispiel für den Unterschied zwischen dem technischen Betrieb und der vorschriftsmäßigen Nutzung.
Exklusiver Nummernbereich vs. weltweit eindeutige Nummer
“Exklusiv” und “einzigartig” sind verwandte, aber nicht identische Begriffe.
Was ist ein exklusiver Nummernbereich?
Ein exklusives Sortiment ist eine festgelegte Produktreihe, die einem bestimmten Hersteller, Kunden, Produkt oder Projekt vorbehalten ist.
So kann ein Hersteller beispielsweise einen Teil seines zugewiesenen Sortiments für einen bestimmten Händler reservieren.
In der Vereinbarung kann festgelegt sein, dass kein anderer Kunde Nummern aus diesem Block erhält.
Exklusivität ist in erster Linie ein Konzept der Zuweisung und der Datenbanksteuerung.
Was ist eine eindeutige Nummer?
Eine eindeutige Nummer ist eine vollständige elektronische Identität, die im Rahmen des jeweiligen globalen Nummerierungssystems noch nie einem anderen Tier oder Transponder zugewiesen wurde.
Die Einzigartigkeit hängt von der gesamten Kombination ab:
Zulässiges Präfix + gültige individuelle Nummer
Eine Seriennummer kann in der Tabelle eines Kunden zwar einzigartig erscheinen, dennoch jedoch mit einer Nummer übereinstimmen, die zuvor von einem anderen Lieferanten vergeben wurde.
Ebenso garantiert ein kundenspezifisches Suffix keine globale Eindeutigkeit, wenn das Präfix nicht autorisiert ist oder der Bereich nicht zentral verwaltet wurde.
Warum ein “Präfix für Privatunternehmen” nicht automatisch gültig ist
Ein Käufer kann einen Code anfordern, der beispielsweise wie folgt lautet:
123 + 12-stellige Seriennummer
Der Käufer kann „123“ als seine interne Unternehmensnummer betrachten. „123“ ist jedoch nur dann der einem Land oder Gebiet zugewiesene numerische ISO-3166-Code, wenn dieser offiziell als solcher vergeben wurde; es handelt sich nicht um ein freies, privat nutzbares Feld.
Die Verwendung einer beliebigen dreistelligen Unternehmensnummer kann zu verschiedenen Problemen führen:
- Es könnte sich als Ländercode ausgeben.
- Es könnte zu Überschneidungen mit einer bereits bestehenden nationalen Regelung kommen.
- Möglicherweise wird es von Viehbestandsdatenbanken nicht erkannt.
- Dies könnte gegen die Vorschriften des ICAR-Herstellerkodex verstoßen.
- Es besteht die Möglichkeit, dass das Produkt die behördliche Zulassung nicht erhält.
- Die Anzeigen können die Zahl zwar anzeigen, doch die Zahl entspricht möglicherweise weiterhin nicht den Vorgaben.
Die Tatsache, dass ein Lesegerät 15 Ziffern anzeigen kann, ist kein Beweis dafür, dass diese Ziffern ordnungsgemäß zugewiesen wurden.
Die Rolle der nationalen Viehhaltungsbehörden
Die Norm ISO 11784 sieht nicht die Einrichtung einer einzigen globalen Tierdatenbank vor.
Wird ein Ländercode verwendet, ist die zuständige nationale Behörde dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass die unter diesem Code vergebenen Tiernummern eindeutig bleiben.
Die Behörde kann:
- Identifikationsgeräte genehmigen
- Hersteller zulassen
- Seriennummernbereiche zuweisen
- Arten-spezifische Teilbereiche definieren
- Felder für Ersatzkennzeichnungen reservieren
- Kontrollbetriebe oder Herdencodes
- Ausgestellte Kennzeichen registrieren
- Produktionsdateien erhalten
- Bewegungsdatenbanken pflegen
- Gerätezulassung aussetzen oder widerrufen
Es gibt keinen universellen zusätzlichen “Code für die Viehhaltungsbehörde”, der ein festes Feld der Norm ISO 11784 belegt.
Die Behörde verwaltet die Nummerierungsregeln unterhalb des Ländercodes. Sie kann das 12-stellige Feld für die Tiernummer in mehrere nationale Teilfelder unterteilen, doch diese Unterteilungen werden vom jeweiligen Land und nicht durch die universelle ISO-Struktur festgelegt.
Beispiele für die nationale Nummernverwaltung
Vereinigte Staaten: 840 und USDA APHIS
Die Vereinigten Staaten verwenden den numerischen ISO-Ländercode 840 für Geräte zur Erfassung von Tieridentifikationsnummern, die gemäß den Vorschriften des USDA APHIS zur Rückverfolgbarkeit von Tierkrankheiten verwaltet werden.
Das elektronische Format lautet:
840 + 12-stellige Tiernummer
Ein offizielles Beispiel lautet:
840003456789012
Die USDA-Vorschrift besagt, dass AIN-Geräte mit der Vorwahl 840 nicht bei Tieren angebracht werden dürfen, von denen bekannt ist, dass sie außerhalb der Vereinigten Staaten geboren wurden.
Ein Hersteller darf keine offiziellen 840-Etiketten herstellen, nur weil ein Kunde diese anfordert. Das Produkt, der Hersteller, die Nummernvergabe sowie der Vertriebsprozess müssen den Anforderungen von APHIS entsprechen.
Kanada: 124 und eine nationale Untergliederung
Kanada verwendet die Länderkennung 124 für zugelassene Tierkennzeichen.
Eine gängige kanadische Struktur wird wie folgt dargestellt:
124 000 123456789
Dies lässt sich wie folgt interpretieren:
- 124: ISO-Ländercode für Kanada
- 000: Von der kanadischen Lebensmittelkontrollbehörde verwaltetes Feld
- 123456789: Eindeutige Tierkennnummer
Die zusätzliche Darstellung in der Form „000 + 9 Ziffern“ ist eine kanadische administrative Untergliederung des 12-stelligen Feldes für Tiernummern. Es handelt sich dabei nicht um eine universelle ISO-Regel, an die sich jedes Land halten muss.
Die Nummernbereiche für kanadische Rinder-Identifikationsmarken werden zusätzlich durch die zuständigen Stellen für die Rückverfolgbarkeit und das Programm für zugelassene Kennzeichnungen geregelt.
Vereinigtes Königreich: GB – visuell: 826, elektronisch
Der numerische ISO-Ländercode des Vereinigten Königreichs lautet 826.
Eine visuelle Viehnummer kann die Buchstaben „GB“ enthalten, während ein ISO-konformes elektronisches Lesegerät die entsprechende Ziffernfolge „826“ anzeigt.
Dies verdeutlicht einen wichtigen Punkt:
Das aufgedruckte visuelle Erkennungsmerkmal und die elektronische Nummer bestehen nicht immer aus identischen Zeichen, selbst wenn sie dieselbe nationale Identität bezeichnen.
Neuseeland: „National Scheme“ bedeutet nicht zwangsläufig die Vorwahl 554
Der numerische Ländercode Neuseelands gemäß ISO 3166 lautet 554; dies bedeutet jedoch nicht, dass jede NAIT-Marke elektronisch mit 554 beginnen muss.
In den offiziellen NAIT-Leitlinien wurden RFID-Nummern mit zugelassenen Herstellerpräfixen wie 942, 951 und 982 aufgeführt.
Neuseeland verdeutlicht somit, warum Käufer ein RFID-Präfix nicht allein aus der ISO-Ländercode-Liste ableiten sollten.
Ein Etikett muss den Nummerierungs- und Gerätezulassungsvorschriften des von OSPRI verwalteten NAIT-Systems entsprechen; es reicht nicht aus, wenn ein Kunde lediglich “554 Etiketten” anfordert.”
Australien: „Approval“ ist mehr als nur die Vorwahl 036
Der numerische ISO-Ländercode für Australien lautet 036, doch die offizielle Kennzeichnung von Nutztieren erfolgt über das Nationale System zur Kennzeichnung von Nutztieren.
NLIS vereint:
- Ein zertifiziertes Identifikationsgerät
- Eine Objekt-Identifikationsnummer
- Aufzeichnungen über Tierbewegungen
- Eine zentrale Rückverfolgbarkeitsdatenbank
- Regulatorische Anforderungen der Bundesstaaten und Territorien
Ein Gerät gilt nicht allein deshalb als offizielle australische Tierkennzeichnung, weil seine elektronische Nummer mit 036 beginnt.
Das Gerät, die Nummernvergabe, der Hersteller und der Datenbankprozess müssen den Anforderungen des NLIS sowie den einschlägigen Anforderungen des jeweiligen Bundesstaates oder Territoriums entsprechen.
Die Ländervorwahl entspricht nicht immer dem Zielland
Die Ländervorwahl ist kein Versandzielcode.
Ein Lieferant sollte die ersten drei Ziffern nicht ändern, und zwar gemäß:
- Die Lieferadresse des Kunden
- Der Bestimmungshafen
- Das Land, in dem der Vertriebspartner ansässig ist
- Der angestrebte Exportmarkt
- Die Staatsangehörigkeit des Käufers
In offiziellen Identifikationssystemen steht das Präfix in der Regel in Zusammenhang mit dem zugelassenen nationalen System und häufig auch mit dem Geburtsland des Tieres.
So verbieten die Vereinigten Staaten beispielsweise die Vergabe einer 840-AIN an ein Tier, von dem bekannt ist, dass es außerhalb der Vereinigten Staaten geboren wurde.
Kann der Kunde die 12-stellige Nummer selbst wählen?
Manchmal, jedoch nur unter kontrollierten Bedingungen.
Ein Hersteller darf eine beantragte Startnummer akzeptieren, wenn:
- Der angeforderte Bereich fällt in den Zuständigkeitsbereich des Herstellers.
- Die Reichweite wurde nicht genutzt
- Die zuständige Behörde genehmigt das beantragte Format
- Die Werte liegen innerhalb der 38-Bit-Grenze
- Die Sequenz überschneidet sich nicht mit einem anderen Auftrag
- Das Produkt ist für dieses Nummerierungsschema zugelassen
- Die vollständigen Codes werden nach der Programmierung gesperrt.
Ein Hersteller sollte den Antrag ablehnen, wenn:
- Die Produktreihe stammt von einem anderen Hersteller
- Das Präfix ist nicht zulässig.
- Der Kunde fragt nach doppelten Nummern
- Der Kunde möchte alte Nummern wiederverwenden
- Die angeforderte Seriennummer liegt über 274.877.906.943
- Der Kunde fragt nach den Buchstaben in der elektronischen ISO-Nummer
- Der Antrag steht im Widerspruch zu einem nationalen Programm
- Der Kunde wünscht 999 normale Handelsetiketten
Stimmt die elektronische Nummer mit der Nummer auf der sichtbaren Ohrmarke überein?
Dies hängt vom jeweiligen nationalen Nummerierungssystem und der Länge der visuellen Nummer ab.
Einige Programme arbeiten nach dem “What-you-see-is-what-you-get”-Prinzip, bei dem die vom Lesegerät ausgegebene Anzeige weitgehend mit dem gedruckten Identifikator übereinstimmt.
Andere Programme verwenden:
- Eine kürzere Betriebsnummer auf dem sichtbaren Schild
- Ein eigenständiges offizielles Erkennungszeichen
- Eine 15-stellige elektronische Nummer
- Eine Datenbank, die visuelle und elektronische Identitäten miteinander verknüpft
Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann daher eine kurze Nummer drucken, wie zum Beispiel:
Kuh 1527
während der RFID-Transponder Folgendes enthält:
840003456789012
Die Betriebssoftware ordnet beide Nummern demselben Tier zu.
Dies kann praktischer sein, als zu versuchen, das gesamte interne Nummerierungsschema eines landwirtschaftlichen Betriebs in das elektronische ISO-Feld einzutragen.
Können Buchstaben in der ISO 11784-Nummer gespeichert werden?
Die standardmäßige 15-stellige ISO 11784-Identifikationsnummer besteht aus Ziffern.
Buchstaben, die in visuellen Kennzeichen verwendet werden, müssen folgende Eigenschaften aufweisen:
- In einen zugelassenen numerischen Gegenwert umgerechnet
- In einer separaten Datenbank gespeichert
- Nur auf dem sichtbaren Etikett aufgedruckt
- Wird in zusätzlichem Speicher abgelegt, sofern ein separat definiertes Protokoll dies zulässt
Ein Kunde kann nicht einen Teil des 15-stelligen numerischen ISO-Codes durch Buchstaben ersetzen und dennoch behaupten, dass der daraus resultierende Code der Identitätsstruktur gemäß der Norm ISO 11784 entspricht.
Kann eine ISO-RFID-Nummer für Tiere neu geschrieben werden?
Bei einigen integrierten Schaltkreisen ist eine Programmierung während der Herstellung technisch möglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein fertiger, den Vorschriften entsprechender Tiertransponder weiterhin überschreibbar bleiben sollte.
Der Verhaltenskodex der ICAR schreibt vor, dass der Identifikationscode gemäß ISO 11784 bei konformen, im Handel erhältlichen Transpondern gesperrt sein muss.
Die Hersteller müssen zudem eine unveränderliche Datenbankverknüpfung zwischen folgenden Elementen aufrechterhalten:
- Die Seriennummer des Siliziumchips
- Der programmierte ISO 11784-Code
- Die Produktionscharge
- Die Erstkäufer- oder Vertriebsaufzeichnung
Das Zulassen einer Feldüberschreibung würde die dauerhafte Identifizierung untergraben und ein erhebliches Risiko von Doppelungen mit sich bringen.
Warum die Wiederverwendung von Nummern nicht akzeptabel ist
Eine elektronische Nummer sollte nicht allein aus folgenden Gründen neu vergeben werden:
- Das Etikett ging verloren
- Das Etikett war beschädigt
- Das Tier ist gestorben
- Die Bestellung wurde storniert
- Das Tag wurde zurückgegeben
- Die Nummer wurde aus einer landwirtschaftlichen Datenbank gelöscht
- Die Batterie oder das Gehäuse des Transponders ist defekt
- Das Gerät wurde vom Endnutzer nie registriert
Eine Nummer könnte bereits in folgendem Verzeichnis vorhanden sein:
- Produktionsaufzeichnungen des Herstellers
- Vertriebsdateien
- Nationale Datenbanken
- Leserverlauf
- Tierärztliche Aufzeichnungen
- Bewegungsaufzeichnungen
- Schlachthofunterlagen
Das Löschen eines Eintrags in einer lokalen Datenbank führt nicht dazu, dass die Identitätsangabe aus allen anderen Systemen gelöscht wird.
Die Einhaltung der ISO-Normen ist nicht gleichbedeutend mit einer nationalen Zulassung
Ein ICAR-Konformitätszertifikat bestätigt, dass ein geprüfter Transponder der Codestruktur gemäß ISO 11784 und dem technischen Konzept gemäß ISO 11785 entspricht.
Das Produkt wird dadurch nicht automatisch für jedes nationale Tierhaltungsprogramm zugelassen.
Ein Land kann zusätzliche Anforderungen in Bezug auf Folgendes festlegen:
- Tag-Abmessungen
- Manipulationsschutz
- Auszugskraft
- Materialzusammensetzung
- UV-Beständigkeit
- Haltbarkeit des Drucks
- Tag-Farbe
- Arten
- Ausführung des Applikators
- Umweltprüfungen
- Datenbank-Uploads
- Autorisierte Vertriebspartner
- Nummernvergabe
- Behördenkennzeichnungen
Ein Transponder kann daher Folgendes sein:
- Technisch ISO-konform
- Von ISO-Lesegeräten lesbar
- Bei ICAR registriert
- In einem bestimmten Land noch nicht als offizielle Rinderkennzeichnung zugelassen
Empfohlenes Verfahren zur Anpassung von Nummernbereichen
Ein konformer Lieferant sollte einen kontrollierten Arbeitsablauf anwenden.
Schritt 1: Ermitteln Sie den Verwendungszweck
Stellen Sie fest, für welchen Zweck die Tags vorgesehen sind:
- Offizielle nationale Tierkennzeichnung
- Freiwillige Betriebsführung
- Zuchtunterlagen
- Begleittiere
- Forschung
- Export von Nutztieren
- Rückverfolgung in Schlachthöfen
- Prüfung und Bewertung
Der Verwendungszweck bestimmt, welche Präfixroute zulässig ist.
Schritt 2: Bestätigen Sie die Präfix-Behörde
Geben Sie an, ob bei der Bestellung Folgendes zum Einsatz kommt:
- Ein autorisierter ISO-Ländercode
- ICAR-Herstellercode 900
- Ein nicht gemeinsam genutzter ICAR-Herstellercode im Bereich von 901 bis 998
Beginnen Sie nicht mit der Kodierung, nur weil eine Bestellung des Kunden vorliegt.
Schritt 3: Überprüfen Sie die Produktregistrierung
Vergewissern Sie sich, dass genau dieses Transponderprodukt – einschließlich Chip, Spule und Verpackungskonfiguration – unter die entsprechende ICAR-Registrierung oder nationale Produktzulassung fällt.
Eine Zertifizierung für ein Chip- oder Tag-Design darf nicht auf ein Produkt angewendet werden, das sich wesentlich davon unterscheidet.
Schritt 4: Überprüfen Sie die verfügbare Reichweite
Überprüfen Sie die zentrale Kodierungsdatenbank, um Folgendes festzustellen:
- Zugewiesene Startnummer
- Zugewiesene Endnummer
- Bereits programmierte Nummern
- Für ausstehende Aufträge reservierte Nummern
- Verbleibende Kapazität
- Produktbeschränkungen
- Kundenspezifische Blöcke
Schritt 5: Überprüfen Sie die Kundenanfrage
Die angeforderte Sequenz sollte auf Folgendes überprüft werden:
- Richtiges Präfix
- Reines Zahlenformat
- Richtige Länge
- 38-Bit-Kapazität
- Doppelte Zahlen
- Eigentumsverhältnisse an der Schießanlage
- Nationale Vorschriften zur Grundstücksteilung
- Artenbeschränkungen
Schritt 6: Erstellen Sie die Kodierungsdatei
Die Produktionsdatei sollte Folgendes enthalten:
- Vollständige 15-stellige elektronische Identifikationsnummer
- Binärcodierungswert
- Seriennummer des Chips
- Visuelle Zahl
- Barcode oder QR-Code
- Kundenauftrag
- Chargennummer
- Produktionsdatum
- Modell des Produkts
Schritt 7: Programmieren und den Code sperren
Nach der Überprüfung sollte der ISO-Identifikationscode entsprechend dem Chip und dem Produktionsprozess programmiert und dauerhaft gesperrt werden.
Schritt 8: Überprüfen Sie jedes Gerät
Die Qualitätskontrolle in der Produktion sollte Folgendes überprüfen:
- Korrekte FDX-B- oder HDX-Antwort
- Korrekte 15-stellige Nummer
- Richtiges Präfix
- Visuelle und elektronische Nummernüberprüfung
- Keine doppelten Codes
- Status „Sperre erfolgreich“
- Lesbarkeit mit einem Referenzleser
Schritt 9: Aufzeichnungen zur Rückverfolgbarkeit aufbewahren
Der Hersteller sollte Aufzeichnungen führen, die eine Rückverfolgung folgender Punkte ermöglichen:
- Wer hat die Anhänger erhalten?
- Welche Zahlen wurden angegeben?
- Welche Siliziumchips wurden verwendet?
- Um welches Produkt und welche Produktionscharge handelte es sich?
- Ob die Codes länder- oder herstellerspezifisch waren
Schritt 10: Stellen Sie dem Kunden einen Zahlenbericht zur Verfügung
Ein aussagekräftiger Zustellbericht kann Folgendes enthalten:
- Erste elektronische Nummer
- Letzte elektronische Nummer
- Gesamtmenge
- Visueller Zahlenbereich
- Präfixtyp
- Datum der Kodierung
- Artikelnummer
- Chargennummer
- Prüfsumme der Datei
- Bestätigung der Duplikatsprüfung
Fragen, die Käufer dem Lieferanten stellen sollten
Bevor Sie maßgeschneiderte Transponder nach ISO 11784/11785 bestellen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Ist das Produkt bei der ICAR registriert?
- Wie lautet die ICAR-Produktnummer?
- Handelt es sich bei dem Gerät um ein FDX-B oder ein HDX?
- Wird dabei ein Ländercode oder ein Herstellercode verwendet?
- Wer hat das Präfix genehmigt?
- Falls der Code 900 verwendet wird, welchen genauen Bereich hat ICAR dafür zugewiesen?
- Liegt der angeforderte Bereich innerhalb dieser Zuweisung?
- Wie werden doppelte Nummern verhindert?
- Wird der ISO-Code dauerhaft gesperrt?
- Kann der Lieferant den programmierten Code der Seriennummer des Chips zuordnen?
- Stimmt die angegebene Nummer mit der RFID-Nummer überein?
- Ist das Produkt im Bestimmungsland zugelassen?
- Kann der Lieferant einen Kodierungsbericht vorlegen?
- Was geschieht mit stornierten oder abgelehnten Nummern?
- Werden diese Nummern jemals wiederverwendet?
Häufige nicht konforme Anfragen
“Verwenden Sie die dreistellige Nummer unseres Unternehmens”
Eine Unternehmensnummer kann einen ISO-Ländercode oder einen ICAR-Herstellercode nur dann ersetzen, wenn sie offiziell für diesen Zweck zugewiesen wurde.
“Verwenden Sie die Ländervorwahl des Kunden”
Für einen Ländercode ist eine Genehmigung der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes erforderlich. Der Standort des Kunden allein reicht nicht aus.
“Alle unsere Tags sollen mit 900 beginnen”
Der Code 900 darf ausschließlich innerhalb des genauen Bereichs verwendet werden, der dem registrierten Hersteller oder Produkt von der ICAR zugewiesen wurde.
“Wählen Sie 999 für eine kleine gewerbliche Bestellung”
Der Code 999 ist für Testanwendungen reserviert und kann nicht zur Identifizierung von Nutztieren verwendet werden.
“Programmieren Sie dieselben Nummern wie unser bisheriger Lieferant”
Dies birgt ein erhebliches Risiko von Doppelbelegungen, es sei denn, der Kunde verfügt über eine staatlich kontrollierte Zuteilung und der Übergang wird offiziell koordiniert.
“Lassen Sie die Chips wiederbeschreibbar”
Konforme Tieridentifikationscodes sollten gesperrt werden. Das Überschreiben dieser Felder steht im Widerspruch zu den Vorgaben für die dauerhafte Kennzeichnung und die Eindeutigkeitsprüfung.
“Tragen Sie den Namen unseres Betriebs in die Chipnummer ein”
Die ISO-Kennung ist numerisch. Betriebsnamen und Buchstaben gehören in die Datenbank, in den visuellen Ausdruck oder in einen separat definierten Benutzerspeicher.
Endgültige Antwort: Können die Nummern gemäß ISO 11784/11785 individuell angepasst werden?
Sie können nur innerhalb festgelegter Grenzen angepasst werden.
Ein Kunde hat möglicherweise folgende Auswahlmöglichkeiten:
- Ein verfügbarer Seriennummernblock
- Eine Startnummer
- Ein visuelles Zahlenformat
- Eine Zuordnung zwischen elektronischen Daten und Betriebsführungsdaten
- Informationen zu Druck, Barcodes und Verpackung
Ein Kunde kann nicht frei wählen:
- Ein beliebiges dreistelliges Präfix
- Eine unzulässige Ländervorwahl
- Der Code eines anderen Herstellers
- Zahlen außerhalb des zugewiesenen Bereichs
- Doppelte oder bereits verwendete Nummern
- Werte, die über die 38-Bit-Grenze hinausgehen
- Vorwahl 999 für gewerbliche Zwecke
- Reservierte ISO-Steuerfelder
Der richtige Grundsatz lautet:
Passen Sie die Reihenfolge innerhalb einer genehmigten Zuteilung an, nicht die ISO-Struktur selbst.
Häufig gestellte Fragen
Besteht eine ISO 11784-Chipnummer immer aus 15 Ziffern?
Die standardmäßige dezimale Darstellung umfasst in der Regel 15 Ziffern: ein dreistelliges Länder- oder Herstellerpräfix, gefolgt von einer 12-stelligen individuellen Identifikationsnummer.
Kann ein Kunde eine beliebige 15-stellige Nummer wählen?
Nein. Die Vorwahl muss genehmigt sein, die einzelne Nummer muss in einen zugewiesenen Nummernbereich fallen, und der vollständige Code muss eindeutig sein.
Ist 900 eine Ländervorwahl?
Nr. Der Code 900 ist der gemeinsame Herstellercode der ICAR für RFID-Geräte für Tiere.
Können mehrere Hersteller den Code 900 verwenden?
Ja. ICAR weist jedem berechtigten Hersteller oder Produkt einen eigenen, begrenzten Seriennummernbereich zu, damit sich die vollständigen Codes nicht überschneiden.
Was sind die Codes 901 bis 998?
Es handelt sich hierbei um den Bereich, der für die ICAR-Herstellercodes verwendet wird. Berechtigte Großhersteller können einen nicht gemeinsam genutzten Code zur exklusiven Verwendung erhalten.
Was ist Code 999?
Es handelt sich um einen Testcode. Er darf nicht für die reguläre kommerzielle Tierkennzeichnung verwendet werden.
Darf ein Hersteller die ISO-Ländercodes 840, 124 oder 826 ohne Genehmigung verwenden?
Nein. Die Verwendung einer Länderkennung bedarf der Genehmigung durch die zuständige Behörde, die für das jeweilige nationale Tierkennzeichnungssystem verantwortlich ist.
Können sowohl die Ländervorwahl als auch der Herstellercode im Präfix enthalten sein?
Nein. Die dreistellige Vorwahl steht entweder für eine Ländervorwahl oder für einen Herstellercode.
Sind alle 12-stelligen Seriennummern technisch gültig?
Nein. Das 38-Bit-Feld unterstützt Werte nur bis zu 274.877.906.943.
Kann die Nummer auf dem Sichtetikett von der RFID-Nummer abweichen?
Ja. Die beiden Nummern können in einer Datenbank miteinander verknüpft werden. Ob sie übereinstimmen müssen, hängt vom nationalen Identifikationsprogramm und dem Kunden-Workflow ab.
Macht die ICAR-Zertifizierung ein Etikett in jedem Land rechtsgültig?
Nein. Die nationalen Behörden können eine gesonderte Produktzulassung, eine Nummerierungsgenehmigung, Umweltprüfungen und die Integration in eine Datenbank verlangen.
Kann eine bereits programmierte RFID-Nummer eines Tieres später geändert werden?
Der ISO-Identifikationscode eines konformen, im Handel erhältlichen Transponders sollte dauerhaft festgeschrieben sein und darf im Einsatz nicht überschrieben werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem exklusiven Sortiment und einer eindeutigen Nummer?
Ein exklusiver Nummernbereich ist für eine Partei reserviert. Eine eindeutige Nummer ist eine vollständige Kombination aus Präfix und Seriennummer, die noch nie an anderer Stelle vergeben wurde. Um beides zu erreichen, ist eine ordnungsgemäße Datenbankverwaltung erforderlich.